Kirche in Teupitz. Foto: Manfred Reschke, Wanderführer/Buchautor
Kirche in Teupitz

wanderWünsche

Pilgern auf brandenburgisch

Sie müssen nicht nach Santiago de Compostela fahren, um „göttliche“ Erfahrungen zu sammeln. Ohne abheben zu müssen, können Sie auf diesen Wegen noch heute von einer Dorfkirche zur nächsten wandern. Wir haben für Sie in 18 Wanderetappen insgesamt 54 „offene Kirchen“ zu­sam­men­ge­stellt (ohne Potsdam und Berlin), sortiert nach der Anzahl der Kirchen pro Etappe und der Länge des Weges:

66 = 66-Seen-Wanderweg; RLR = Ruppiner-Land-Rundwanderweg; E10/E11 = Europäische Fernwanderwege.


Was ist ein PILGERweg?
  • mindestens drei offene Kirchen und gepflegte alte Friedhöfe liegen entlang der Etappe
  • „Anmeldung erforderlich“ bedeutet in der Regel, dass vor Ort ein Schlüssel zu holen ist
  • die Etappen in Potsdam und Berlin wurden nicht berücksichtigt
Änderungen vorbehalten. Die Informationen wurden der Jahres­schrift „Offene Kirchen“, entnommen, Herausgeber ist der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. (www.altekirchen.de)

Zum Thema

„Das Grundmotiv aller Pilgerschaft war das Bewusstsein, nicht allein im Hier und Jetzt zu Hause zu sein ... Der Mensch ist in dieser Welt immer auf dem Wege. Das Wissen darum war Antrieb, sich stets von neuem auf die Suche nach einer Alternative zu den vermeintlichen Notwendigkeiten der eigenen Existenz zu begeben.“ 1)

Die Motive mögen unterschiedlich sein, doch nimmt das Pilgern – der Pilger, der übers Land kommende Fremd­ling – zur Selbstfindung, als Gemeinschaftserlebnis oder auch aus Interesse an den kulturhistorisch wichtigen Kirchengebäuden nicht ab. Es ist sicher kein Zufall, dass der Europarat zur "Ersten Europäischen Kulturstraße" nicht eine Autobahn, sondern den Jacobsweg nach Santiago de Compostela erklärte. Der spanische Abschnitt dieses wohl bekanntesten Pilgerweges wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Weniger bekannt sein dürfte, dass sich auch in Brandenburg Teile des Wegenetzes der Jakobspilger befanden und es Pilgerziele gab: „Wilsnack war im Spätmittelalter der bedeutendste Wallfahrtsort in Nordeuropa und genoss internationale Aufmerksamkeit.“ 2)
Informationen über den Wallfahrtsweg von der Heilig-Geist-Kapelle in Berlin-Mitte zur Wallfahrts- und Pfarr­kirche St. Nikolai in Bad Wilsnack (27 Kirchen, insgesamt ca. 160 Kilometer) finden Sie unter www.wege.nach-wilsnack.de.

Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt(Oder) hat eine ungefähre Rekonstruktion der Pilgerwege anhand historischer Routen im östlichen Brandenburg vorgenommen und setzt sich dafür ein, diesen Weg mit der Jacobsmuschel auszuschildern. Informationen unter www.jakobsweg-viadrina.eu.

In Brandenburg gibt es zur Zeit etwa 800 „Offene Kirchen“, die zu einem Besuch einladen. Ein gedrucktes Verzeichnis kann beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. bestellt werden: www.altekirchen.de.
1)
Bernd Janowski, Jochen Purps: Von Berlin nach Wilsnack – Ein kulturhistorischer Wegbegleiter zu den Stationen einer vergessenen Wallfahrt, 2008, Hrsg.: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. und Förderverein <Wunderblut>-Kirche St. Nikolai Bad Wilsnack e.V.

2)
Jochen Purps: Erfahrungen bei der Installation des Pilgerweges Berlin-Wilsnack, in: Offene Kirchen 2008 – Branden­burgische Kirchen laden ein, Hrsg.: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.

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